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Gibt es Nazis auch im Kreis Soest?

Ja wie leider überall gibt es auch im Kreis Soest Menschen die durch ihre kruden Ansichten auffallen. Besonders in Lippstadt wurden in der letzten Zeit vermehrt Aufkleber mit nationalistischen Sprüchen geklebt. In Soest war ein Ladengeschäft in den Fokus gerückt, das rechtsradikale Szeneklamotten vertreibt ( Laden mittlerweile geschlossen). Ebenso erschien  für den Bereich Lippstadt eine Website der ANLP ( Autonome Nationalisten Lippstadt ).

Nach der Auflösung der ANLP hatten sich die Lippstädter Nazis organisatorisch der Aktionsgruppe Ruhr-Lippe ( AG-RL ) angeschlossen. Diese wurde aber bereits auch wieder aufgelöst.
Diese Gruppen der Nazis sind im Kreis Soest bisher durch Graffitis in Lippstadt aufgefallen. In Soest kam es durch diese Gruppierung schon zu Körperverletzungen.

Nicht vergessen werden sollten die geistigen Brandstifter. So ist z.B. der 1.Vorsitzende des Sportvereins Teutonia 08 Lippstadt ein bekennender Rechtsextremist. Für weite Teile des Lippstädter Sportes und der Politik stellt dies bisher kaum ein Problem dar.

Wie erkenne ich Nazis?

Nazis lassen sich nicht mehr unbedingt an ihrem äusseren Erscheinungsbild festmachen. In der Schule, in der Kneipe, am Arbeitsplatz oder im Club fallen sie vor allem durch ihre rassistischen und menschenfeindlichen Sprüche auf. Ein Merkmal ist, dauernd nach Sündenböcken für evtl. das eigene Versagen zu suchen. Aber Vorsicht, nicht jeder dumme Spruch ist gleich ein Beleg für einen Nazi! Mehr Informationen findest du hier: www.dasversteckspiel.de

Was kann ich gegen Nazis machen?

Am Stammtisch, in der Schule oder auf der Arbeit, versuche mit Argumenten dagegenzuhalten. Damit zeigst du den anderen Menschen oder den KollegInnen das rassistische oder menschenfeindliche Meinungen nicht unwidersprochen bleiben. Es sollte dir gelingen die anderen auf deine Seite zu ziehen. Einen gefestigten Nazi, wirst du nicht erreichen können, aber die besseren Argumente sind auf deiner Seite. Faschismus oder Rassismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Engagiere dich bei einer örtlichen antirassistischen, antifaschistischen oder kirchlichen Initiative. Wenn du dir sicher bist einen Nazitreffpunkt entdeckt zu haben, wende dich ebenso an die örtlichen Strukturen, den Rektor deiner Schule, den Bürgermeister oder im Zweifelsfall an die Polizei. ( Informationen findest du weiter unten). Das beste Mittel gegen Rechtsradikalismus und Nazis ist der Einsatz für mehr Demokratie, Toleranz und soziale Gerechtigkeit. Dieses kannst du in Parteien, Sportvereinen, Gewerkschaften oder anderen sozialen Organisationen (siehe untenstehende Linkliste) zusammen mit anderen Menschen machen. Das schöne daran ist, du lernst nette Menschen kennen und kannst auch noch eine Menge Spass bekommen.

Mehr Informationen:

www.turnitdown.de               Forum für Musik / Kultur / gegen Rechtsrock

www.bnr.de                         Blick nach Rechts

www.whatwecando.de         Tips und Tricks gegen Rechts

www.keinbockaufnazis.de     Aktiv gegen Rechts

www.apabiz.de                     Antifaschistisches Pressearchiv

www.npd-blog.info               Informationen zur NPD

http://projekte.free.de/lotta/   Antifaschistische Zeitung aus NRW

www.dasversteckspiel.de           Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen

www.ida-nrw.de           Informations-  und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen

www.redok.de               Recherchen und Berichten zu Themen aus den Bereichen Rechtsextremismus, Rassismus, Neonazismus, Antisemitismus

www.antinazibund.de     Hier kannst du ein klares Zeichen setzen und deutlich machen, dass Nazis in diesem Lande unerwünscht sind.

www.schlauer-statt-rechts.de   Rechte Parolen im Betrieb? Rassistische Sprüche in der Schule? Rechte Gewalt in Disko, Kino oder Kneipe? Ohne uns! Wir sagen: schlauer statt rechts!

www.nazifrei.tk   Kampagne “Faschismus ist nicht trendy!!, Broschüre “Neonazis in neuem Gewand?” (PDF)

www.online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de   Online Beratung gegen Rechtsextremismus


Regionale antirassistische und antifaschistische Strukturen:

www.aktion-gegen-rechts.de           Bündnis gegen Rechts Lippstadt

www.junge-linke.tk                         Junge Linke Lippstadt

www.jungelinke.de.vu                     Junge Linke Geseke-Salzkotten

www.aha-bueren.de                       Büren Gruppe Paderborn

www.antifa-soest.info.ms               Antifa Soest

www.courage-gegen-rechts.de.vu   Gütersloher Antifabündnis

www.antifaunited.blogsport.de       Zusammenschluss antifaschistischer Gruppen im Kreis Unna


Regionale Gewerkschaften:

www.region-suedoestliches-westfalen.dgb.de

www.verdi8-hellweg.de

tk-it.nrw.verdi.de             Bezirksfachbereich 9 Hellweg/HSK, Hamm/Unna

www.igmetall-lippstadt.de

www.igmetall-hamm.de       IG-Metall Hamm, Soest


Regionale Parteien:

www.spd-kreis-soest.de

www.gruene-kreis-soest.de

www.die-linke-kreis-soest.de

www.fdp-kvsoest.de


Regionale Verbände und Initiativen:

www.awo-hochsauerland-soest.de

www.awo-soest.de

www.rotes-kreuz-soest.de

www.drk-lippstadt.org

www.lebendiges-lippstadt.de       Initiative Lebendiges Lippstadt


08.10.2008
Antifabalkon_antifas_130px03 Soest: Antifaschistisches Konzert und Kundgebung von Nazis in Ahlen und Generelles

"Love Music, Hate Fascism", unter diesem Motto fand am Donnerstag ein antifaschistisches Konzert in Ahlen statt. Lokale Nazis hatten sich dieses Event auch zum Feindobjekt gemacht und meldeten zur gleichen Zeit am Bahnhof eine Kundgebung an, die vordergründig "gegen Polizeiwillkür" gerichtet sein sollte, jedoch klar sich zum Ziel gesetzt hatte das Konzert dadurch zu stören, dass viele AntifaschistInnen am Bahnhof protestierten und folglich gleichzeitig nicht auf dem Konzert sein konnten.

Verhindert wurde es allerdings glücklicherweise durch diesen Umstand nicht, und es besuchten 117 Personen das Konzert. Die 30 Nazis konnten ihre menschenverachtende Politik nicht wirkungsvoll verbreiten, weil sie von einem Kessel aus Polizei-Wannen umgeben waren und davor der antifaschistische Protest lautstark dafür sorgte, dass nur wenig von der Nazipropaganda zu hören war.
Eingehen wollen wir hier aber auch darauf, mit welcher Selbstverständlichkeit die Nazis davon ausgehen einen gleichberechtigten Diskussionspartner darzustellen.

"Bezeichnend ist allerdings, dass keiner der wenigen Antifaschisten, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite positioniert hatten, auf das Angebot einer öffentlichen Diskussion einging, welche von Seiten der nationalen Opposition angeboten wurde.", heißt es auf der Seite der "Aktionsgruppe Ruhr-Lippe" dazu.

Dies ist für uns noch einmal der Anlass einiges Kategorisches klarzustellen:

Es darf keine Diskussion und keinen Dialog mit Nazis geben! Wer die Shoa, das wohl barbarischste und unvorstellbarste Verbrechen der Geschichte leugnet oder sogar feiert und anstrebt zu wiederholen, der stellt für uns in keiner Weise einen irgendwie vertretbaren Diskussionsteilnehmer dar. Es darf Nazis gar kein Raum zur Verfügung gestellt werden ihre menschenverachtende Politik zu verbreiten, sondern sie müssen in diesem Bestreben mit allen Mitteln aufgehalten werden!  Weiter lesen (PDF)

www.antifa-soest.info.ms


27.06.2008
KOMMENTAR: Inakzeptabel

Die Forderung der Grünen nach einer Ablösung Klaus Petris als Vorsitzender des Sportvereins Teutonia 08 (wir berichteten) hat empörte Reaktionen ausgelöst. Zu Recht? - muss man da fragen.

Von Georg Böer für die Lippstädter Tageszeitung Der Patriot

Sind die kritischen Anmerkungen der Grünen tatsächlich so unbegründet? Fakt ist: Klaus Petri ist ein bekennender Rechtsextremer. Ohne Wenn und Aber. Schon in den 50er Jahren hat er als Student mit unfassbaren Äußerungen die Nazi-Verbrechen zu rechtfertigen versucht (noch heute im Internet nachzulesen). Und diese seine Einstellung hat sich bis in die heutige Zeit ganz offenkundig nicht geändert.  Weiter lesen bei „derPatriot.de“

Mehr Informationen: www.aktion-gegen-rechts.de


23.06.2008
Fußball, Völkerverständigung und Konzentrationslager

In Lippstadt darf Rassismus keinen Platz haben!

Am kommenden Mittwoch 25. Juni 2008 um 19:30 Uhr treffen sich die Lippstädter LINKEN aus Lippstadt & Umgebung im Brauhaus Thombansen, Lange Straße 3. Anschließend startet das Fußball-Europameisterschaftshalbfinale Deutschland vs. Türkei. Die meisten MigrantInnen in Deutschland stammen aus der Türkei. Auf dem Fußballplatz gelten die gleichen Regeln für beide Mannschaften, wir wollen dies auch neben dem Platz: Sie sollen die volle juristische, sozialpolitische und (wahl)rechtliche Gleichberechtigung und Partizipation genießen. Wir wünschen den Fans beider Mannschaften ein faires und spannendes Spiel. Möge die bessere Mannschaft gewinnen! "Migration und Integration haben eine zentrale Bedeutung nicht nur in unserem Land, sondern in ganz Europa. ... Gerade der Fußball ist für viele Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ein gemeinsamer Fixpunkt," so die Homepage des DFB. (1)

In dem Artikel "Für Demokraten untragbar" in DER PATRIOT vom 18.06.2008 fordern die GRÜNEN den Lippstädter Spielverein Teutonia 08 e.V. auf, sich von ihrem Vorsitzenden Klaus Petri zu trennen. DIE LINKE bekräftigt diese Forderung! Klaus Petri hat 2005 auf der Liste der neofaschistischen NPD für den Bundestag kandidiert. Die NPD gehört verboten, dies fordern viele gesellschaftliche Kräfte, jüngst z.B. der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber. In ihren Wahlprogramm 2005 malte die NPD ein Bild "von Millionen Ausländer[n]", die das Land "überschwemmen" würden und forderte eine "deutsche Volksgemeinschaft."

Was ist eigentlich los in Lippstadt? Wird das Thema Rechtsextremismus totgeschwiegen? Es gab bisher keinen Leserbrief. Keine Stellungnahme des Vereins oder des Bürgermeisters. In Lippstadt darf Rassismus keinen Platz haben! Für einen Sportverein wie Teutonia 08 ist es nicht hinnehmbar, dass Rechtsextreme unwidersprochen die Geschicke leiten. Ein Sportverein sollte demokratische und menschliche Werte insbesondere den Jugendlichen vermitteln. Mit der Person von Herrn Petri sehen wir dies vollkommen konterkariert.

Klaus Petris Engagement im braunen politischen Bereich ist schon länger bekannt, vor Jahren war er für die REPUBLIKANER aktiv. Aber schon im SPIEGEL vom 21.08.1957 kann man nachlesen wessen Geistes Kind ein Klaus Petri ist, er wird dort zitiert: "Ich bin durchaus der Meinung, daß die nationalsozialistischen Konzentrationslager ... als politische Maßnahme am Platze waren ... Ich akzeptiere die nationalsozialistischen Maßnahmen, weil sie dem heißen Wunsch der damaligen Führung entsprangen, des deutschen Volkes Einigkeit und Recht und Freiheit zurückzugewinnen. Diesem großen Ziel mußte die persönliche individuelle Freiheit einiger weniger untergeordnet werden, denen man dadurch die Möglichkeit nahm, in Versammlungen oder Journaille für ihre ... dem Nationalsozialismus feindlichen Ziele zu werben." (2)

(1) http://www.dfb.de/index.php?id=501909
(2)
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=41758330&top=SPIEGEL

Quelle: PM DIE LINKE Basisgruppe Lippstadt
www.die-linke-kreis-soest.de


17.06.2008
Brauner Fleck auf weißem Trikot?

Klaus Petri - Vorsitzender von Teutonia und Kandidat der NPD bei der Bundestagswahl 2005

Die Grünen fordern den Sportverein Teutonia 08 auf, sich von seinem Vorsitzenden Klaus Petri zu trennen, weil er als Kandidat der NPD auf der Wahlliste in Rheinland-Pfalz für eine demokratische Gesellschaft nicht tragbar ist.

100 Jahre organisierter Fußballsport in Lippstadt- das ist wirklich ein Grund zu feiern!

Der Fußball hatte immer seinen anerkannten Platz in der Stadt. „Lippstadt und Fußball… das hat immer zusammengepasst“, betont Ratsmitglied Wilhelm Rönnau und bedauert den Abstieg des SV 08 sehr. „Wenn man die hohen Zuschauerzahlen beim SV 08 in den letzten Spielzeiten sieht, dann ist das auch heute immer noch so“, fährt der Grüne fort.

Aber es ist unverständlich, einen Bürger, der auf der Landesliste der NPD in Rheinland-Pfalz gestanden hat, öffentlich zu hofieren. Der Ortsverband der Grünen hält es eigentlich nicht mehr für nötig, die Öffentlichkeit daran zu erinnern, wer die NPD ist. Eine Partei, die Hass gegen gesellschaftliche Minderheiten jeder Art schürt und ihnen mit Gewalt begegnet, die die Demokratie schnellst möglich zerstören will und jetzt schon sogenannte befreite Nationale Zonen errichtet sowie die Verbrechen des NS Regimes und die Existenz der Todesfabrik von Auschwitz vehement leugnet, und deren Sympathisanten sollten in Lippstadt keine Achtung erfahren. „Wusste Bürgermeister Chr. Sommer nicht, wie Herr Petri politisch denkt, als er sich mit ihm und den anderen Repräsentanten des Lippstädter Sports öffentlich ablichten ließ?“ fragt OV Sprecherin Anja Walecki. Hat der Vorsitzende eines Sportvereins nicht eine Vorbildfunktion, insbesondere für seine jugendlichen Mitglieder? Oder ist Herr Petri als Sponsor unverzichtbar, dass auf moralische Werte verzichtet werden könnte? Für die Lippstädter Grünen stellt die NPD nicht nur eine Gefahr für das Grundgesetz und die demokratische Ordnung dar, sondern auch ein Bürger „aus der Mitte unserer Gesellschaft“, der einer solchen oder ähnlichen Ideologie anhängt. Was nützt ein Tag der Begegnung der Kulturen, der doch helfen soll, das friedliche Miteinander von Menschen verschiedener Hautfarbe, Religionen und demokratischer Überzeugungen fördern soll, wenn an anderer Stelle ein NPD- Sympathisant in der Mitte der Gesellschaft geehrt wird? Was würde ein aufrechter Demokrat wie der langjährige Bürgermeister und Vorstandsmitglied von Teutonia, Jakob Koenen zu einer solchen Entwicklung sagen?

Wir fordern den 1. Vorsitzenden von SV 08 Herrn Dr. Madjlessi auf, darüber nachzudenken, ob noch eine Zusammenarbeit mit Herrn Petri möglich ist.

Quelle: PM Die Grünen Lippstadt 
www.gruene-lippstadt.de


27.05.2008
NAZISRealschule260508CHMIEREREIEN AN REALSCHULE

Presseerklärung des Bündnis gegen Rechts Lippstadt

Erneut wurden an eine Schule in Lippstadt Neonaziparolen geschmiert. Diesmal davon betroffen ist die Drost-Rose-Realschule. In großen Buchstaben stehen dort mehrfach Slogans wie z.B. "Frei - Sozial - National", "Wahrer Sozialismus ist national!" und "AG-RL - Mach mit!" geschrieben. Letzteres verweist auf die Urheber dieser neonazistischen Verunstaltung des Schulhofes. Ebenfalls an die Wand geschmiert ist nämlich auch eine Internetadresse , hinter der sich die neonazistische "Aktionsgruppe Ruhr-Lippe" (AG-RL) verbirgt. Diese ist ein Zusammenschluss von Neonazi-Gruppen aus Lippstadt, Soest, Holzwickede, Unna und dem Sauerland. Bisherige Aktivitäten sind ein Graffiti gegen den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 in Lippstadt ("8. Mai - Wir feiern nicht! AG-RL") und ein spontaner Aufmarsch im sauerländischen Schmallenberg, bei dem die ca. 30 Rechtsextremisten vor das Haus eines ansässigen Nazigegners zogen.

Ebenfalls aus Schmallenberg kommen zwei Personen, die die Polizei in der Nacht zu Freitag beim Sprühen auf frischer Tat ertappt hat. (Der Patriot, 24.05.2008) Diese sprühten in der Ecke zwischen Fleischhauerstraße/Erster Pfad sowie an einer Bushaltestelle am Klusetor mehrfach das Kürzel "AG-RL" und die dazugehörige Internetadresse. Einer der rechtsextremen Sprüher war nach Polizeiangaben mit einem Teleskopschlagstock bewaffnet, ein weiterer Beteiligter konnte unerkannt fliehen. Es liegt nun an der Polizei, zu ermitteln inwiefern die beiden Schmallenberger auch für die Graffitis an der Drost-Rose-Schule verantwortlich sind.

Das Lippstäder Bündnis gegen Rechts (BGR) verurteilt die rechtsextremen Farbanschläge entschieden und sieht in Lippstadt eine besorgniserregende Entwicklung. Bereits zu Beginn des Jahres wurde der Gedenkstein für die Opfer des Faschismus an der St. Josephskirche von Unbekannten mit Farbe beschmiert. (Der Patriot, 12.01.2008; Lippstadt am Sonntag, 13.01.2008) In unmittelbarer Nähe des Gedenksteins fanden sich zu dieser Zeit mehrere Aufkleber mit der Aufschrift "Nationale Sozialisten", die auch woanders in Lippstadt immer wieder auftauchen. Wenige Meter von der St. Josephskirche entfernt findet sich derzeit eine Schmiererei mit den Worten "8. Mai - Wir feiern nicht", die sich auf den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus bezieht. Abermals wird dort auf die Homepage der "Aktionsgruppe Ruhr-Lippe" verwiesen. Weitere Schmierereien dieser Art find sich nun seit ca. einem Monat an der Turnhalle des Ostendorf-Gymnasiums. Neben Parolen wie "Frei - Sozial - National" und "Antifa zerschlagen!", findet sich dort auch eine direkte Gewaltankündigung: "Punks not dead - aber wir arbeiten dran!". Die Worte "Autonome Nationalisten Lippstadt (ANLP)" und "Nationale Sozialisten Lippstadt" stehen als Absender mit dabei.

In dieser Art und Weise kann es in Lippstadt nicht weitergehen! Ein entschlossenes Engagement gegen Neonazismus, Antisemitismus und Rassismus ist dringend erforderlich.

www.aktion-gegen-rechts.de


26.05.2008
Sind sieGraffiti AG RL Lippstadt 001 alle kriminell?

Am 24.05.2008 erschien der folgende Artikel in der Lippstädter Tageszeitung „Der Patriot“

Lippstadt – Sprayer auf frischer Tat ertappt
Am Freitag, um 01:45 Uhr, beobachteten Polizeibeamte in Zivil an der Fleischhauerstraße drei Personen beim Anbringen von Graffitis. Die Beamten beobachteten die drei Personen weiter. Am Klusetor brachten die Täter ein weiteres Graffiti an einem Bushaltestellenhäuschen an. Zusammen mit einem weiteren Streifenwagen sprachen die Beamten die drei Personen an. Diese ergriffen sofort die Flucht. Zwei 20 und 25-jährige Männer aus Schmallenberg konnten von den Beamten eingefangen werden. Der dritte Täter entkam. Einer der Beiden trug einen Teleskopschlagstock mit sich. Die Schmallenberger wurden zur Wache gebracht und nach der Personalienfeststellung und einer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. (Ende des Artikels)

Graffiti AG RL Lippstadt 00202

Nicht erwähnt wurde in diesem Artikel, das diese Sprayer eben keine gewöhnlichen „Stadtverschönerer“ waren. Wie aus den hier gezeigten Fotos hervorgeht, stammen diese Sprayer aus dem Umfeld der so genannten „Autonomen Nationalisten“. In diesem Fall von der Aktionsgruppe Ruhr-Lippe. Die AG Ruhr-Lippe versucht die Nachfolge der ehemaligen ANLP ( Autonome Nationalisten Lippstadt ) für den Lippstädter Raum einzunehmen. Im Frühjahr 2008 wurde die Internet-Seite der ANLP von außen lahm gelegt. Vor wenigen Wochen erschienen an einer Wand des Ostendorf Gymnasiums in Lippstadt nationalistische Parolen mit dem Kürzel ANLP.

Des öfteren aufgefallen ist die AG Ruhr-Lippe in der Vergangenheit bereits durch Schmierereien. Am 17.05.2008 kam es im Sauerländischen Schmallenberg zu einer 20 Minuten dauernden Spontandemonstration dieser Nazi-Gruppierung vor das Haus eines Antifaschisten. Von etwa 15 der 30 anwesenden Nazis konnten die Personalien von der Polizei aufgenommen werden und diese mussten unter Begleitung der Polizei das Kreisgebiet verlassen.

Am Sonntag wurden an der Fassade der Droste-Rose Realschule in Lippstadt weitere Graffiti entdeckt.

Nachdem auch die Sprayer in Lippstadt polizeilich erfasst wurden, dürfte ein Großteil der „Kameraden“ um ihre Anonymität gebracht worden sein.

Auf ihrer Internetseite fragt die AG Ruhr-Lippe: „Sind wir alle kriminell?“..........

(rb)


17.05.2008
AbgemagCeline van der Hoekert an Körper und Seele

Auschwitz-Überlebende Celine van der Hoek teilte Erinnerungen an ihre Jugend mit Lipperoder Realschülern

LIPPERODE. Über 100 Acht- bis Zehnklässler füllen die Aula der Graf-Bernhard-Realschule, trotzdem herrscht absolute Stille, während Celine van der Hoek spricht - darüber, wie bestialisch es gestunken hat in dem Wagon, in dem sie und 80 weitere Frauen und Männer auf dem Weg nach Auschwitz eingepfercht waren wie Tiere, dass die Luft kaum zum Atmen reichte und es während der zwei Tage langen Fahrt keinen Platz zum Sitzen geschweige denn Liegen gab. Celine van der Hoek ist Jüdin und Überlebende, sie konnte aus dem größten Vernichtungslager des NS-Regimes entkommen. „Um zu warnen, damit so etwas nie wieder geschieht“, schilderte die 88-jährige gebürtige Holländerin jetzt auf Einladung von Elisabeth Sadowski, Lehrerin an der Lipperoder Realschule, ihre Erinnerungen an die Zeit zwischen 1942 und 1945.  Weiter lesen bei „derPatriot.com“


08.04.2008
Kampagn
e "SCHEISS AUF RECHTS" in Lippstadt


Nicht nur die Webseite ist neu, die Lippstädter AKTION-GEGEN-RECHTS startet eine Kampagne gegen Rechts.

Gemeinsam mit der Werbeagentur Proximity Germany - Düsseldorf / Hamburg
wird demnächst in Lippstadt eine Kampagne gegen Rechts gestartet.

"SCHEISS AUF RECHTS" ist das Thema.

Die Werbeagentur Proximity Germany hat Toilettenpapierrollen entworfen, welche demnächst an Gastronomen aus Lippstadt übergeben werden sollen.
Damit werden sich Lippstädter Gastronomen klar GEGEN RECHTS positionieren.

Auch einen Videofilm hat die Lippstädter AKTION produziert und auf das Videoportal „YouTube“ online gestellt.

www.aktion-gegen-rechts.de


12.03.2008
GedenkenGedenkstein Lippstadt 00202 an Opfer der Nazis

Gewerkschafter, Antifaschisten und die Stadt Lippstadt gedenken am Karsamstag den ermordeten Arbeitern der Union-Werke

LIPPSTADT. Am Karsamstag erinnern der DGB, die Lippstädter IG-Metall, Lippstädter Antifaschisten und die Stadt Lippstadt an jene Arbeiter der Lippstädter Union-Werke, die im Frühjahr 1945 von den Nazis ermordet worden waren.

An der Gedenkstunde nimmt auch die Familie des ermordeten Zwangsarbeiters L. Chardirac aus Frankreich teil. Die sechs deutschen "Uniöner" und sieben französischen Zwangsarbeiter waren verhaftet worden, weil Deutsche ihr Brot mit den Zwangsarbeitern geteilt hatten, wie es in der Ankündigung der Gedenkveranstaltung heißt. Sie wurden in der Nacht auf Karfreitag 1945 erschossen. Die Gedenkstunde wird gemeinsam von der Stadt Lippstadt, dem DGB und der IG Metall veranstaltet. Sie beginnt um 11.00 Uhr am Gedenkstein an der St.-Joseph-Kirche. Redner sind Bürgermeister Christof Sommer, DGB-Regionalvorsitzender Heinz Rittermeier, Ernst Röder vom Rombergpark-Komitee in Dortmund und ein Vertreter der jungen Lippstädter Antifaschisten. Die musikalische Begleitung erfolgt durch den Liedermacher Klaus Amoneit. Nach der Gedenkveranstaltung zeigen Schüler der Graf-Bernhard-Realschule im Gemeindesaal der St.-Joseph-Pfarrei ihre Plakataktion "Faschismus - Toleranz".

Aufruf der Junge Linke Lippstadt:

NIE WIEDER FASCHISMUS!

GEDENKKUNDGEBUNG IN LIPPSTADT

Samstag, 22. März 2008, 11 Uhr, Gedenkstein an der St. Josephskirche

Auch in diesem Jahr findet am Lippstädter Gedenkstein für die Opfer des Faschismus eine Gedenkkundgebung für die am Karfreitag 1945 in der Dortmunder Bittermark von der Gestapo ermordeten Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer statt.

Wenn der Widerstand, der dem Nazistaat entgegengesetzt wurde, auch insgesamt zu schwach war und auf tragische Weise scheiterte, so gab es dennoch zahlreiche Menschen, die sich ihrer
menschlichen Würde nicht berauben ließen und das allgegen- wie auch widerwärtige Unrecht nicht akzeptieren wollten. Und auch in Lippstadt gab es während der gesamten Zeit der nationalsozialistischen Tyrannei aufrichtige Antifaschisten, die unter der Bedrohung ihres Lebens zum Widerstand bereit waren. 
Weiter lesen (PDF)


30.01.2008
SCHLAUEschlauerstattrechtsR STATT RECHTS

Rechte Parolen im Betrieb? Rassistische Sprüche in der Schule? Rechte Gewalt in Disko, Kino oder Kneipe? Ohne uns! Wir sagen: schlauer statt rechts!

Junge Leute machen sich schlauer statt rechts zu sein, um den Nazis den Wind aus den Segeln zu nehmen. Jede und Jeder kann aktiv werden: über rechtsextreme Gefahren informieren, Zivilcourage zeigen und in unterschiedlichen Aktionen mitmischen. Wir setzen uns für ein demokratisches und antifaschistisches Selbstverständnis in Schule, Betrieb, Jugendverband und Alltag ein. Wir setzen rechtsextremen Tendenzen Bildung gegenüber: schlauer statt rechts!

Schlauer statt rechts ist eine gemeinsame Kampagne der Arbeiterjugendverbände DGB-Jugend NRW, SJD -Die Falken- Landesverband NRW, Naturfreundejugend NRW und Landesjugendwerk der AWO NRW. Mehr Infos gibt es unter: http://schlauer-statt-rechts.de/

Du möchtest selbst im Rahmen der Kampagne schlauer statt rechts aktiv werden? - Mit Deinen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb oder mit Deinen Mitschülerinnen und Mitschülern im Berufskolleg?

Tipps und Infos zu unserem Angebot findest Du unter: http://schlauer-statt-rechts.de/mitmachen


11.01.2008
Gewerkscgedenksteinhaften verurteilen Beschmierung des Union-Gedenksteins

Von besorgten Bürgerinnen und Bürgern erfuhren die IG Metall Lippstadt und der heimische DGB, dass der Union-Gedenkstein an der St. Josephskirche mit schwarzer und mit blauer Farbe übergossen wurde.Die Beschmierung des Gedenksteins trifft bei den Gewerkschaften auf Unverständnis und große Bestürzung, so der heimische DGB-Vorsitzende Heinz Rittermeier.

2004 war der Gedenkstein wegen Umbaumaßnahmen von der Unionstraße auf den Platz vor der St. Josephskirche umgesetzt worden. Der Stein erinnert an die grausame Ermordung von sechs Arbeitern und sieben französischen Zwangsarbeitern der Union-Werke in Lippstadt durch die Nazis in der Karwoche 1945.

Wir Gewerkschafter waren froh, für den Gedenkstein einen neuen würdigen Platz gefunden zu haben, um ein Mahnmal gegen Faschismus und Krieg, ein Symbol für Millionen Unschuldige, deren Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, zu setzen, betont Heinz Rittermeier. Deshalb müsse die Würde des Ortes gewahrt bleiben. Mein Kollege Alfons Eilers von der IG Metall Lippstadt und ich sind uns einig, so Heinz Rittermeier weiter, dass alles getan werden muss, um weitere schäbige Übergriffe auf den Union-Gedenkstein zu verhindern.

(PM, 10.01., DGB Region Hellweg)

Mehr zum Thema:

Stellungnahme Antifaschistischer Gruppen aus Lippstadt

Lippstadt: Antifaschistischer Gedenkstein beschmiert

Ein Gedenkstein für die Opfer des Faschismus an der St. Josephskirche im lippstädter Süden ist kürzlich Ziel einer Farbattacke geworden. Die bisher unbekannten TäterInnen kippten offenbar schwarze und blaue Farbe über den Stein, dessen Inschrift nun nicht mehr lesbar ist. Der Stein erinnert an die Ermordung von 7 französischen Zwangsarbeitern und 6 Widerstandskämpfern aus Lippstadt in der dortmunder Bittermark.

In den Unionswerken, einem zur NS-Zeit großen Rüstungsunternehmen, formierte sich eine kleine Widerstandsgruppe, welcher von Kommunisten bis gläubigen Christen Menschen unterschiedlichster Weltanschauung angehörten. Was sie verband, war die Überzeugung, dass der Nationalsozialismus als verbrecherischste aller denkbaren Ideologien unbedingt besiegt werden müsse um eine freiere und menschlichere Gesellschaft zu erreichen. Dieser Gedanke prägte ihr politisches Handeln. Um die Wahrheit über das Geschehen an der Front zu erfahren und den Durchhalteparolen vom Endsieg entgegenzuwirken, hörten sie den Rundfunk der Alliierten und verbreiteten - soweit möglich - die wichtigsten Nachrichten. Aus Solidarität mit den französischen Zwangsarbeitern, die unter menschenunwürdigsten Bedingungen in den Unionswerken arbeiten mussten, versorgten die Lippstädter Antifaschisten ihre Kollegen mit Lebensmitteln. Hierbei wurden sie entdeckt und verraten. Als sich der baldige Sieg der Alliierten und der Zusammenbruch Nazi-Deutschlands abzeichnete, setzten die Nazis zu einer letzten barbarischen Offensive an der Heimatfront an. Sie verhafteten und ermordeten in zahlreichen Städten viele der Menschen, von denen sie vermuteten, dass ihre Gegnerschaft zum Nationalsozialismus ungebrochen sei.   Weiter lesen (PDF)


31.12.2007
Bands grölen Kritik rgrins Mikro

Bündnis gegen Rechts meldet sich mit Punk und Trash lautstark zu Wort

LIPPSTADT . „Rock gegen Rechts“ hatte am Samstagabend Premiere. Das im vergangenen Jahr aufgrund eines vor rechtsradikalem Hintergrund drohenden Konzerts in Lippstadt gegründete Bündnis gegen Rechts meldete sich zu Wort. Die Bands waren schon was für echte Fans, aber wer sich darauf einließ, konnte neue Einsichten gewinnen. Ein Experiment: Hardcore, Punk und Elektro-Trash sind Musikrichtungen, die mitunter noch sehr neu und „schwer zu beschreiben sind“, meinte Dirk Koch vom Bündnis, das Lippstädter Julis, Jugend gegen Rechts, Linkspartei, die Grünen und „Migranten mischen mit“ (AWo) eint.

Mit etwas Verzögerung geht's los. „
The Omnipresent“ aus dem Kreis Unna macht den Anfang und zeigt gleich, wo es langgeht. Sie springen für „Sidetracked“ ein, die wegen plötzlicher Krankheit ausfallen mussten. Publikum und Bands halten unmittelbaren Kontakt zueinander. Die Stücke sind kurz, so zwischen zwei und 20 Sekunden lang. „Das is´ halt Trash“, verdeutlicht Frontman „Gerd“ von „Alarmstufe Gerd“ aus Essen. Die Bands, darunter die Elektrogruppe „Horque“ aus Coesfeld, spielen nicht länger als 30 Minuten, dabei haben sie dann bis zu 20 Stücke hinter sich. „Ist ja auch anstrengend“, meint einer aus dem Publikum.

Die Musiker laufen, turnen und rollen sich vor der Bühne, kreischen oder grölen ins Mikro - die Fortsetzung der zarten Anfänge des Pogo aus den 80ern. Die Texte sind nicht wirklich zu verstehen, dafür werden sie kurz erklärt. Und darin steckt Potenzial, echte Kritik an Missständen der Gesellschaft. „Die Betreuung von psychisch Kranken ist zum Kotzen“, „Es gibt keine Missgeburten außer Nazis“, „Bullen sind cool“: „Alarmstufe Gerd“ bezieht wie die anderen klare Stellung, findet rauchende Kinderwagenmuttis „echt Scheiße“ und Graffiti als Protest gegen maßlose Werbung gut. Broschüren und Buttons am Eingang zeigen, dass es an diesem Abend eben auch um eine politische Aussage geht. Der Erlös aus der Tombola geht an die ehemals in Lippstadt wohnhafte Familie Zeneli, die im vergangenen Jahr in den Kosovo abgeschoben wurde.

Quelle:www.derpatriot.de


WHO THE FUCK IAAS "AUTONOME NATIONALISTEN"?

Stellungnahme von AntifaschistInnen aus Lippstadt

Der gegenwärtige Nationalsozialismus trägt immer obskurere Züge. Dass die armen Würstchen von Hitlerfans nichts zu bieten haben, erschließt sich jedem sofort, der dem Wahn der Deutschtümelnden nicht verfallen ist. Auch ihr optisches Daherkommen ist für den unfreiwilligen Betrachter im Regelfall eine Beleidigung. Nazis haben nicht nur keinen Style, sie sehen einfach Scheiße aus.

Dies ist ihnen selber auch nicht entgangen und so versuchen sie zu kopieren, was sich anbietet. Da jeder kleine, schwache und unbedeutende Nazifreak davon träumt groß, stark und wichtig - am liebsten ein Führer - zu sein, der nicht immer von seinen Kameraden nur gedisst und gedemütigt wird, versuchte man lange Zeit nach außen hin möglichst abschreckend zu wirken und fühlte sich geil, wenn kleine Kinder samt ihrer Eltern wegen ihnen erschrocken die Straßenseite wechselten. Martialisch wirken wollte man ja schließlich. Um dem gerecht zu werden, rasierten sich viele eine Glatze, polierten ihre Springerstiefel und zogen sich eine Bomberjacke über - man spielte Skinhead und adaptierte, was von den schwarzen Einwandern in den 1960er Jahren an Subkultur ins UK getragen wurde.

Dass dies mit dem eigenen rassistischen Weltbild in keiner Weise konform ging, interessiere nicht weiter. Der unerfreuliche Nebeneffekt: Die ganze Subkultur geriet in Mitleidenschaft, mit den Auswirkungen haben u.a. die Sharp-Skins noch heute zu kämpfen.  Mehr (PDF)


Dokumentiert: Verhindertes Rechtsrock-Konzert in Lippstadt am 23.12.2006

Artikel aus der Lippstädter Tageszeitung „der Patriot“ vom 27.12.2006
„Nette Musik statt platter Parolen“

Vortrag des Autors Jan Raabe zum Thema „Rechtsrock“ informierte über Entwicklung der rechten Szene

LIPPSTADT. Die erschreckende Vielfalt politisch rechts orientierter Musik stand am Freitag im Mittelpunkt eines Vortrages in den Räumen des Awo-Jugendmigrationsdienstes. Eingeladen hatte das „Bündnis gegen Rechts“ als Referenten Jan Raabe, Mitherausgeber des Sammelbandes „RechtsRock“.Geschützt wurde die Veranstaltung durch vier Wachleute aus Essen. Anlass war das geplante Konzert der Böhse-Onkelz-Coverband Falsche Propheten und der Metalband Kältetod, das aufgrund massiver Proteste ausfiel (wir berichteten). Beide Gruppen werden dem rechten Spektrum zugeordnet.
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, habe sich in Deutschland eine sehr vielfältige Rechtsrock-Szene etabliert, sagte der Referent Jan Raabe. Mit teilweise „netter, ansprechender Musik soll der Anschluss an die Jugendkultur erreicht werden. Nicht mehr mit platten Parolen – heute setzt man auf Musiktrends, die gerade „in“ sind.“
Raabe erläuterte sehr anschaulich und mit viel Bildmaterial die Geschichte dieser Musikszene, benannte ihre treibenden Köpfe und Zielsetzungen. Die aktuelle Musik in diesem Bereich nannte er „Message-Rock“, da nun die Texte und weniger die Musik im Mittelpunkt stünden. 
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Artikel aus der Lippstädter Tageszeitung „der Patriot“ vom 27.12.2006
Rechtsrock-Absage: „Ein Erfolg, aber kein Sieg“

Lippstadt. Auch nach der Absage eines Konzertes  demonstrierten am Samstagabend über 100 Menschen gegen die Ausbreitung rechtsextremer Musik und Jugendkultur. Mit Transparenten, Antifa-Fahnen und Weihnachtsmützen zogen sie durch die Innenstadt – vom Punk bis zum Familienvater. „Es ist ein Erfolg, aber es ist kein Sieg“,kommentierte Grünen-Politiker Michael Rüpp die Absage. „Die rechte Szene in Lippstadt wird weiterhin aktiv und präsent sein“, warnte die Junge Linke. Mehr bei „derPatriot.de“


Artikel bei Indymedia vom 24.12.2006
Antifa-Demo in Lippstadt

Am 23.12. fand im westfälischen Provinznest Lippstadt eine Demonstration statt, die sich gegen ein geplantes Rechtsrockkonzert richtete.

Ursprünglich war für den Abend ein Auftritt der Bands "Kältetod" und "Falsche Propheten" geplant. Beide stellen eine Personalunion zu den Nazibands "Bloodrevenge" bzw. "Projekt Vril" dar, welche bereits auf zahlreichen Nazikonzerten quer durch die Republik getourt sind.
Aufgrund sorgfältiger antifaschistischer Recherche und Interventionen sah sich der Wirt der Kneipe Zum Hubertus gezwungen, dass Konzert abzusagen und gab sich erschrocken, da ihm die Hintergründe zu den Bands nicht bekannt gewesen seien. Da der Hubertus sich aber in den vergangenen Monaten zu dem Treffpunkt der lokalen Naziszene entwickelt hat, kann dies nur als unglaubwürdiger Beschwichtigungsversuch angesehen werden.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Demo unmittelbar vor Weihnachten erst um 19 Uhr losging, es nur eine kurze Mobilisierungszeit und kein Aufhänger eines stattfindenden Nazikonzertes gab, sind die VeranstalterInnen der Demo mit den etwa 150 DemoteilnehmerInnen sehr zufrieden.
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Artikel aus der Lippstädter Tageszeitung “der Patriot vom 21.12.2006:

Rechtsrock-Konzert fällt aus

Kneipenwirt sagt Veranstaltung nach Gespräch mit der Polizei ab.Vortrag und Demonstration finden trotzdem wie geplant statt

LIPPSTADT. Die Proteste hatten Erfolg: Das für Samstag, 23. Dezember, in der Lippstädter Gaststätte Zum Hubertus geplante Konzert der Böhse-Onkelz-Coverband Falsche Propheten und der Metalband Kältetod fällt aus. Dies teilte gestern der Pressesprecher der Stadt Lippstadt, Peter Paschert mit. Die Stadt habe sich in der Angelegenheit an die Polizei gewandt, die sich daraufhin mit dem Wirt des Hubertus in Verbindung gesetzt habe, so Paschert. Nachdem der Wirt über die Hintergründe der Bands aufgeklärt worden sei, habe er die Veranstaltung von sich aus abgesagt.
Das geplante Konzert hatte zu erheblichen Protesten geführt, nachdem die Junge Linke aufgedeckt hatte, dass die Gruppe Kältetod identisch ist mit der in rechtsextremen Kreisen sehr umtriebigen Gruppe Bloodrevenge bzw. Projekt Vril, die bereits zwei CDs bei einschlägigen Labeln veröffentlich hat. Mindestens zwei Mitglieder des Trios spielen offenbar außerdem bei den Falschen Propheten (wir berichteten).  
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Artikel aus der Lippstädter Tageszeitung “der Patriot vom 20.12.2006:

„Dem rechten Sound den Saft abdrehen“

„Bündnis gegen Rechts“ macht mobil gegen Konzert am 23. Dezember.Musiker sind in der Neonazi-Szene offenbar sehr bekannt

LIPPSTADT. Ein breites „Bündnis gegen Rechts“ macht mobil gegen ein Konzert, das für Samstag, 23. Dezember, in der Gaststätte Zum Hubertus im Lippstädter Süden stattfinden soll. Angekündigt sind die Böhse-Onkelz-Coverband Falsche Propheten und als Vorgruppe die Metalband Kältetod, die, wie die Vorankündigung in einem Lippstädter Veranstaltungsmagazin betont, „personell weitgehend identisch ist mit dem Top-Act des Abends“.Der Protest des Bündnisses richtet sich dabei weniger dagegen, dass in dem Konzert Songs der umstrittenen Onkelz gespielt werden sollen. Vielmehr gibt es deutliche Hinweise darauf, dass Mitglieder der beteiligten Bands in der rechten Szene sehr umtriebig sind.

Dem Verfassungsschutz bekannte Band

Die Junge Linke, die die Proteste initiiert hat und Teil des „Bündnisses gegen Rechts“ ist, hat hierzu zahlreiche Belege zusammengetragen, die durch Recherchen des Patriot untermauert werden. Demnach ist die als „Metal-Coverband“ angekündigte Gruppe Kältetod identisch mit der rechtsextremen Band Bloodrevenge (auch bekannt als Projekt Vril), die unter anderem 2004 beim „Friedensfest“ der NDP in Gera und 2006 beim NPD-Open-Air „Rock für Deutschland“ in Gera aufgetreten ist.
Mit „The Hammer will smash the Cross“ (Lu-Wi-Tonträger) und „Der Völkerfeind“ hat das Trio bislang zwei CDs mit eigenen Songs bei einschlägig bekannten rechten Labeln veröffentlicht. Auf Anfrage bestätigte eine Sprecherin des Düsseldorfer Innenministeriums, dass Bloodrevenge bzw. Projekt Vril dem Verfassungsschutz als Band aus dem rechtsextremen Spektrum bekannt seien. 
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Geplantes Rechtsrock-Konzert in Lippstadt

Am 23. Dezember soll in der Lippstädter Gaststätte "Zum Hubertus "ein Konzert mit der Böhse Onkelz-Cover-Band "Falsche Propheten" und der Metalband "Kältetod" stattfinden. Geworben wird unter anderem im Lippstädter Werbemagazin "Leitplanke", in dem auch zu erfahren ist, dass die beiden Bands "personell weitgehend identisch" sind. Verschwiegen werden soll allerdings, dass sich die Band "Kältetod" unter anderem Namen einen Ruf in der Neonazi-Szene erspielt hat: Als "Bloodrevenge" würden die Lippstädter um Bandleader Jan-Peter Kerstin bundesweit auf Rechtsrock-Konzerten und NPD-Veranstaltungen auftreten, heißt es in einem Artikel auf „indymedia.de“


Auf Nachfrage erklärte das “Bündnis gegen Rechts” aus Lippstadt. “Es gehe nicht darum, den sicherlich auch anwesenden unpolitischen Fans oder Zuhörern der Böhse Onkelz- Cover-Band, sowie den Freunden von Metal-Musik eine rechtsextreme Gesinnung zu unterstellen. Aber auch sie sollten hinterfragen was hinter einem Bandprojekt wie Kältetod stecke”. Weiter wurde ausgeführt: “ Dieses Bandprojekt Kältetod ziele nur darauf aus, junge Menschen an die rechtsextreme Szene heranzuführen ( siehe Artikel bei www.turnitdown.de )”.


Zur Problematik von Rechtsrock, ein Artikel in der Lippstädter Tageszeitung “ der Patriot vom 13.12.2006:

Rechtes Aktionsfeld Schulhof

Hip-Hop, Che Guevara und Seifenblasen-Botschaften: Szene-Kenner Jürgen Peters sieht im gewandelten Auftreten der Neonazis eine besondere Gefahr – die Inhalte bleiben gleich

LIPPSTADT. Sanfte Klänge von Streichern und Synthesizern, ein meditativer Soundteppich, fast wie im Jugendgottesdienst: Es klingt betörend angenehm, wenn Jürgen Peters auf „Play“ drückt. Eine Männerstimme verkündet Seifenblasen-Botschaften einer irgendwie besseren Welt, spricht über „Vertrauen und Werte“ und über eine „glückliche und starke Gemeinschaft“. Nur manchmal trüben verstörerische Sätze die Regenbogenträume ein, denen sich ein ahnungsloser Zuhörer leicht hingibt. Dann sagt die Stimme etwa: „Wir sind keine Ausländerfeinde, wir lieben das Fremde“ – und fügt hinzu: „in der Fremde“.Dieser Satz entstammt dem Intro einer der Schulhof-CDs, die Rechtsextreme in den letzten Jahren unter Jugendlichen verteilt haben. Journalist Jürgen Peters nutzte den Auszug am Freitag, um zwei Dutzend Jugendlichen im Domizil der Arbeiterwohlfahrt am Klusetor die neuen Methoden der Rechtsradikalen zu demonstrieren. Peters ist Mitglied des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland.
„Musik ist das zentrale Mittel, um rechte Ideologie zu verbreiten“, sagt Peters. Nach dem Verbot einiger Kleinstparteien in den 90er Jahren seien „Freie Kameradschaften“ an deren Stelle getreten. Ihre „Eventkultur“ wirke anziehender auf Jugendliche als das eher biedere Milieu verbliebener radikaler Parteien wie der NPD. Aufmärsche, Konzerte, Demos und Partys: „Die Form der 'Freien Kameradschaften' kommt bei jungen Leuten viel besser an“, sagt Peters: „Wer tritt denn heute noch in eine Partei ein?“   
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BÜNDNIS MACHT MOBIL

Vortrag zum Thema "Rechtsrock"

Lippstadt. Anlässlich des umstrittenen Konzerts am 23. Dezember (wir berichteten auf der Lokalseite) veranstaltet das Lippstädter "Bündnis gegen Rechts" am Freitag, 22. Dezember, eine Vortragsveranstaltung zum Thema "Rechtsrock". Referent ist Jan Raabe, Mitherausgeber des im Unrast-Verlag erschienenen Sammelbandes "Rechtsrock - Bestandsaufnahme und Gegenstrategien" (2002). Die Veranstaltung beginnt um ( Achtung Änderung ) jetzt 18:30 Uhr beim AWO-Jugenmigrationsdienst, Klusetor 9, 59555 Lippstadt

Der Vortrag mit anschließender Diskussion will einen Überblick über die verschiedenen Sparten rechter Rockmusik in Deutschland liefern. Dabei bleibt der Begriff Rechtsrock nicht auf neonazistische Bands und deren Textinhalte beschränkt, sondern dient als Sammelbegriff für Rockmusik, die anti-emanzipatorische und reaktionäre Denkmuster offenbart und darüber ihren offenen Flügel zu Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus hat.   Ganzer Artikel in der PDF-Version

Quelle: Lippstädter Tageszeitung “der Patriot”

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